„Mr. Pablo“ von Torrcaffè

Bei meinen ersten Versuchen mit dem „Mr. Pablo“ von Torrcaffè dachte ich ja: „Okay, ganz nett, aber er geht schon mit einiger Distanz am Herzen meiner neapolitanischen Espressoseele vorbei. Kein Wunder! Ist ja auch aus Norditalien, genauer gesagt: Bibbione, in der Nähe von Parma.“

Frau Antje hat sich zum Glück getäuscht!

Denn ihre Beziehung zu dem Mitbringsel des gut gelaunten Sombreroträgers wurde besser und besser. Was zum einen daran gelegen haben mag, dass die Bohnen (ca. 80% Arabica/20% Robusta) sich zu ihrem Vorteil entwickelt haben, seit ich die Tüte geöffnet habe. Und sicherlich auch daran, dass ich sie zunehmend besser zu händeln weiß.

Inzwischen bin ich sowas von begeistert von den Bohnen aus der leuchtend gelben Tüte, die übrigens traditionell über Holzfeuer geröstet wurden!

Philipp Wanivenhaus (von Vettore.at), der ihn mir verkauft hat, empfahl mir einen klassischen Bezug mit „etwas mehr im Siebträger“, und meinte, er sei recht dünn im Körper, was er im Abgang und im Nachgeschmack wieder aufhole. Das kann ich so nicht bestätigen. So, wie ich ihn derzeit beziehe, hat er so viel Körper wie ein Bär unmittelbar vor dem Winterschlaf!

Möglicherweise eine Frage der Charge?

Ich bezieh ihn tatsächlich ziemlich tröpfelig und bei 95ºC. Dafür braucht er eine Mühleneinstellung, die deutlich gröber ist als alles, was ich von dunklen Espressobohnen gewohnt bin.

Das 15g Sieb ist so voll, dass der Siebträger samt Puckscreen gerade eben noch eingespannt werden kann (Input: 15,2g).

Wie warmer Akazienhonig vom Löffel läuft er mittelschnell herab und plustert sich dann schokoduftend und körperfüllig in der Tasse.

Das Aromenbukett ist wirklich besonders. Würzig trifft es gut, und ich möchte das Würzigkeitsfeld etwas ausdifferenzieren: Da sind milde, herb-süße, vollmundig-süffige Trinitariokakao-Aromen mit Noten von Pfefferkuchen, von Kastanienwaldboden nach dem Sommerregen, von Kastanienhonig. Eine feine, sehr edel rüberkommende Rauchigkeit. Deutliche Anklänge von dunklem Karamell. Ein Körnchen Meersalz. Toll❣️

Nota bene: Bei etwas niedrigerer Bezugstemperatur (93-94ºC) kommen Noten von Liebstöckel und Holunderrinde, sowie von Wildleder heraus, die ich persönlich nicht unbedingt täglich im Espresso haben muss, auch wenn sie punktuell durchaus spannend sind. Wohingegen auch 96ºC der Mischung gut bekommen, indem sie dazu beitragen die süßen, schokoladigen und karamelligen Röstaromen zu betonen.

Voller Überzeugung verleiht Frau Antje dem „Mr. Pablo“ ihre Tazzina d’Oro! So ein leckerer, dunkler Espresso!

„Amicizia“ vom Bohnendealer

Der Wiener Kaffee- und Espressomaschinenvertrieb „Bohnendealer“ hat seit Neuestem einen herausragend exquisiten, dunklen, echten Neapoletaner im Programm:

Den ‚Amicizia‘ – eine hochwertige Mischung, die sich aus 74% Robusta- und 26% Arabica-Bohnen aus insgesamt 7 Anbaugebieten zusammensetzt: Indien, Uganda, Costa Rica, Kolumbien, El Salvador, Brasilien und Äthiopien.

Eine Italian Roast-Eminenz im allerprunkvollsten Aromen-Ornat!

Bei den tatsächlich in Neapel gerösteten Bohnen handelt es sich um eine sogenannte „Edizione Speciale“, also um eine Sonderedition, die nicht immer erhältlich ist.

„Da von der Bestellung bis zur Anlieferung bei mir und fürs nötige Ausgasen oft einige Wochen vergehen, kann ich nicht immer garantieren, dass sie gerade vorrätig sind“, schreibt Daniel Platzer, der Bohnendealer, dazu.

Er habe, so erzählt er, 7 Jahre gebraucht, um eine gute Lösung mit einer neapoletanischenen Rösterei zu finden. Schließlich sei diese über einen italienischen Kollegen aus der Kaffeebranche zustande gekommen, zu dem sich im Laufe der Jahre eine Freundschaft entwickelt habe. Aufgrund dieser guten zwischenmenschlichen Erfahrungen und als Huldigung an die engen Verbindungen zwischen der österreichischen und der italienischen Kaffeegeschichte, habe er dann den wohlklingenden, bedeutungsschönen Namen gewählt: ‚Amicizia‘ – das italienische Wort für Freundschaft.

Beim Schnuppern an den glänzenden, dunkelbraunen Bohnen und dann beim ersten Schluck erinnert mich der ‚Amicizia‘ mit seiner dunkel-seidigen Geschmeidigkeit zunächst an einen wirklich guten Monsooned Malabar. 

Dann kommen Noten von würzigem Pumpernickel dazu, von flüssiger, frischer Sahne, von süßer Birne, von Buchecker. 

Nein, keine schmeckbare Säure! Eine winzige, herb-aromatische Spur Buchenwalderde scheint durch. Zerlassener brauner Zucker schmiegt sich in viel edlen, samtig-dunklen, geradezu dessertwein-süffigen Arriba-Kakao. Ein kurzes, zartes, bittersüß-zitrusfruchtiges Hereinragen von kandierter Kumquat im Aromen-Mittelfeld. Wunderbar langanhaltender, schokofülliger Aromen-Cluster im Abgang.

In der Körperresonanz zeigt sich eine sahnige Kühle, die zunächst besänftigend und weitend auf den Kehlkopf und die Atemwege wirkt und sich alsdann mit Verzögerung gemäßigt warm und angenehm in Brust und Bauch ausbreitet. Auch das schwingt lange köstlich nach.

Zwischen Woche 4-6 gewinnt die Mischung noch an seidiger Weichheit.

Der ‚Amicizia‘ ist übrigens ausgesprochen anfänger-tauglich in der Zubereitung, da sein Toleranzfenster groß ist, was bedeutet, dass er Zubereitungs-Schwankungen, ohne für Kräuselgesichter zu sorgen, gut wegsteckt: Er schmeckt bei 94-95ºC und verschiedenen Mahlgraden wirklich ausgesprochen lecker.

Natürlich hat er trotzdem einen Sweet Spot, und diesen habe ich bei 94ºC und mittelfeinem Espresso-Mahlgrad gefunden, so dass ich mit 14,2g im 49er-Sieb nach 33 Sekunden einen besonders göttlichen, halbkurzen Ristretto (2 1/2 kleine Schluck) in der Tasse hatte.

Ganz große Klasse!

Frau Antje verleiht hiermit eine zweite, hochverdiente Tazzina d’Oro an den Bohnendealer!

 

„Caffè del Professore“ von Moka Termini

Heute verkostet Frau Antje einen besonders strahlenden Fixstern am Firmament der süditalienisch-dunklen Röstungen:

Den berühmten ‚Caffè del Professore‘ von der Rösterei ‚Moka Termini‘ aus Palermo.

Moka Termini wurde 1932 von Nunzio Termini gegründet. 1997 übergab dieser das Unternehmen an seine drei Söhne Pietro, Domenico und Dario, die es, wenn ich mich nicht täusche, noch heute zusammen führen.

Ursprünglich befand sich die kleine Rösterei inmitten der historischen Altstadt von Palermo.
Heute wird auf gut 4000 Quadratmetern in Palermos Industriezone geröstet, verpackt und verladen.

Das Unternehmen „Moka Termini“ produziert insgesamt 7 Espressomischungen: ‚Caffè Monachello‘ , ‚Moka Termini‘, ‚Caffè Tonaca di Monaco‘, ‚Espresso Bar‘, ‚Il Signor Caffè‘, ‚Caffè Moka‘ und den ‚Caffè del Professore‘, der als das Meisterwerk des Firmengründers gilt.

Die hier rezensierte Spitzen-Mischung setzt sich zusammen aus 85% Arabica- und 15% Robusta-Bohnen.

Die Bohnen stammen, so schreibt Rosario Gimmelli (der für den Vertrieb des ‚Caffè del Professore‘ in Kampanien zuständig ist), aus Brasilien, Peru, Äthiopien, der Elfenbeinküste, Kenia und Indien und, „zu einem geringen Teil aus anderen, vorwiegend südamerikanischen und afrikanischen Ländern“.

Besonders bereichert werde der Caffè del Professore
durch eine spezielle, rundliche, kleine Bohnenart namens “
„CARACOLITO“ („Schneckchen“). Diese Schneckchenbohnen, auch Peaberries oder Perlbohnen genannt, wachsen nicht, wie bei Kaffee sonst üblich, paarig in einer Kaffeekirsche heran, sondern einzeln. Es handelt sich um eine Mutation, die dadurch zustande kommt, dass nur einer der beiden Samen in der Kaffeekirsche befruchtet wird, was im Schnitt bei ca. 5% einer Kaffee-Ernte auftritt.

(KaffeeWiki: „Im Handel sind die folgenden Bezeichnungen für die verschiedenen Grössen üblich: very large bean > extra large bean > large bean > bold bean > good bean > medium bean > small bean > peaberry. In Afrika und Indien unterscheidet man fünf Grössen AA > A > B > C < PB (Peaberry). In Mittelamerika heissen die Grössen Superior, Primera, Tercera, Caracol und Caracolito.“ https://www.kaffeewiki.de/wiki/Rohkaffee)

Aufgrund ihrer kugeligen Form sind Peaberries dichter in ihrer Struktur, was die Hitzeleitung beim Rösten begünstigt. Dadurch werden sie gleichmäßiger geröstet als die gewöhnlichen flacheren Bohnen. Das sensorische Profil der Schneckchenbohnen wird als sauber und elegant bei gleichzeitig schwerem Körper, besonders schokoladig, karamellig-süß, zitrusfruchtig, floral und insgesamt intensiv beschrieben.

Womit wir uns der eigentlichen Verkostung schon deutlich annähern.

Verkostung:

Ich habe selten einen dunklen Espresso so fein mahlen müssen, wie den Professore, um ihm das Beste zu entlocken. Sein Sweet Spot ist schmal. Jenseits davon schmeckt er gut, aber nicht sehr besonders. 

Ist er jedoch auf den Punkt eingestellt, bemächtigt sich der Professore virtuos aller Sinne.

Meine Einstellungen:

14,2g, sehr feiner Mahlgrad, 95-96ºC, 2 1/2 Schluck out. Gut 70 Sekunden Bezugszeit für einen Ristretto haben die allerköstlichsten Ergebnisse hervorgebracht! Ja, Siebzig Sekunden!

Alle Espressi für diese Verkostung wurden mit der HG1 gemahlen und mit der Strietman CT2 bezogen.

Die Bohnen und das Mahlgut duften wie dunkelschokoladen-umhüllte Pistazien-Marzipan-Pralinen von Patrick Roger.

Beim Schmecken spreizt der Professore eine grandiose Dunkelaromen-Vielfalt auf, deren üppige Klangbreite und funkelndes Oberton-Feuerwerk ihresgleichen suchen.

Die seidige Sahnigkeit seiner Textur kommt ebenfalls erst mit der Punktlandung im Sweet Spot zu ihrer vollen Geltung.

Tiefdunkles, süßes Sahne-Karamell formt die Basisnote, zusammen mit edlem, warm schmelzendem Criollo-Kakao. 

Die zentrale Herznote erinnert an Erdbeere, ja, tatsächlich, vollreife Erdbeere, die keiner Zuckerbeigabe bedarf, da sie selbst voller aromatischer Sonnensüße ist. Am deutlichsten habe ich das herausgeschmeckt, als zum Schluss noch ein winziges Espresso-Pfützchen in der Tasse übrig war. Es war schon fast eingetrocknet und ich habe mit meinem Finger hineingetupft und ihn dann abgeleckt:

Wow! Erdbeere in Dunkelkaramell! … Oder eher noch: Dunkel karamellisierte Erdbeermarmelade. Der Rest im Marmeladen-Einkochtopf, der fast schon angebrannt ist. Aber eben nur fast, es schmeckt nämlich genau richtig! Wirklich nach Erdbeerkaramell! Und das wird dann umhüllt von alleredelstem Dunkelkakao.

Geröstete Mandel und Pistazie klingen, ebenfalls als warme Herznoten, mit an.

In den Kopfnoten findet sich ein Hauch von Veilchen. Eine klitzekleine Spur von würzigem Waldhonig. Das Ätherisch-Einlullende von Rumrosine – und all das als ganz kurz aufscheinende Sternschnuppe. 

Es ist mir noch nie zuvor in den Sinn gekommen, eine Espresso-Mischung dreimal direkt hintereinander zu bestellen. Beim ‚Professore‘ konnte ich nicht umhin, genau das zu tun. Dieser Espresso flasht mich total! Er ist nicht nur spektakulär lecker und sorgt für ein beeindruckend langes, weichröstig-warmes Echo im Mund, sondern lässt den ganzen Körper langanhaltend in wohliger Zufriedenheit schwelgen. Ich möchte ihn derzeit einfach weiterhin da haben, auch wenn ich zwischendurch gerne andere Bohnen verkoste.

(Achtung, Hamburg-Spoiler:) Gäbe es eine Art Elbphilharmonie* für Espresso-Kompositionen, der Caffè del Professore würde sie fulminant zum Erbeben bringen!  🙂 

*https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elbphilharmonie

Bezugs-Adresse in Deutschland:

https://40scudi.de/Caffc-del-Professore-250g-ganze-Bohnen

https://40scudi.de/Caffc-del-Professore-Bohnen-3Kg-Bohnen

Für Bestellungen direkt in Italien könnt ihr euch an Annamaria de Cicco vom ‚Caffè del Professore‘ in Neapel wenden:

annamariadecicco27@gmail.com

https://m.facebook.com/Caffe.del.professore.pzaTriesteeTrento.n.2

https://www.instagram.com/caffedelprofessore.p.t.t.n.2/?igshid=7wee0cd0rhnp

1000 Dank, Annamaria, für all die Informationen, die du mir geschickt hast!

 

 

„Espresso Dark“ von Röstkartell

Einen guten Sonntagmorgen allerseits!

Im Dezember in Frau Antjes Espressoverkostungs-Studio: ‚Espresso Dark‘ (50% indischer Hochland-Robusta/50% südamerikanischer Arabica) von der Rösterei ‚Röstkartell‘, einem 4 köpfigen Familienbetrieb in Bohmte bei Osnabrück/ Niedersachsen. Seitdem lag diese Rezension unveröffentlicht im Datei-Ordner – Asche über mein Haupt! Es ist also höchste Zeit!

Eine tolle Huldigung an die Caffè-Traditionen südlich von Rom.
Frau Antje hat beide Daumen oben!

Dunkel, geschmeidig und dickflüssig fließt der Espresso in weichen Schichten in die Tasse.

Ich muss beim Anblick an den köstlichen, puddingartigen, heißen Kakao in italienischen oder spanischen Bars denken.
Und dann, beim Schmecken, fällt mir die, in Schokoladensommelierkreisen sträflich verkannte, unerwähnte ‚Tavoletta amara‘ ein, die dunkelste Dunkelschokolade von Gay Odin, dem alteingesessenen napoletanischen Chocolatier:

Ein wuchtig-bodenständiger, eng gebündelter Kakao, dessen holzige Würzigkeit sich zunächst gar nicht ausbreitet im Körper, sondern sich im Kopf-Gaumenbereich zentriert wie ein warmes, leicht schroffes Ausrufezeichen:
„Hier! Her! Platz!“ (Hund legt sich. Der Espresso Dark legt sich auch, bereit, seine weiteren Aromen preiszugeben. )

Nach und nach schälen sich Noten von Lebkuchen, Avocado, Tabak und Zeder heraus.
Sehr apart!
Unaufdringlich schiebt sich eine Spur von frisch gebackenem, haselnussduftendem, warm-weichem Florentiner in den Vordergrund.
Und sehr sehr gemächlich sinkt die Wärme dann hinab durch die Brust bis in den Bauch.
Das Tier schlummert selig im Körbchen.

Ein Espresso mit Retardwirkung.

Wirklich sehr beeindruckt bin ich vom laaaaaaangen, alle Schokosehnsüchte befriedigenden, mollig einhüllenden Nachklang.

Große Klasse, Familie Brinkhege!

„Soave“ von Gallitelli

Heute in Frau Antjes Espressoverkostungs-Studio:

Gallitelli ‚Soave‘, bestehend aus  50% Arabica- und 50% Robustabohnen. Sehr sehr lecker, das gleich vorweg! 

Die Rösterei Gallitelli ist beheimatet in der süditalienischen Region Basilikata. Genauer gesagt, in Montescaglioso, einer kleinen Stadt und Gemeinde, die zur Provinz von Matera gehört.

Hier kann ich der Versuchung nicht widerstehen, einen kleinen reiseführerischen Schwenk zu machen (wer gleich zur Verkostung möchte, möge bitte nach unten scrollen. Das Wort ‚Verkostung‘ ist fett gedruckt):

Die Basilikata:

Die Basilikata (auch Lukanien genannt) ist nun mal eine meiner Herzensgegenden. Kaum jemand hier kennt sie.

Selbst eingeschworene Süditalien-Fans reisen vornehmlich in die Küstenregionen und, wenn in Städte, dann am ehesten nach Neapel, Bari oder Palermo.

Küste aber hat die Basilikata kaum, abgesehen von zwei handtuchgroßen Zugängen zum Meer, die sich wenige Kilometer um Metaponto und Maratea herum erstrecken.

Ich habe seit 1990 quasi familiäre Bande in die Basilikata – aber auch, wenn es diese nicht gäbe, wäre ich aus dem hingerissenen Staunen nicht mehr herausgekommen, als ich das erste Mal dort war.

So weit das Auge reicht atemberaubend schöne, weite, abwechslungsreiche Hügel- und Gebirgs-Landschaften und bezaubernde Ortschaften.

Die sehr besondere Provinzhauptstadt Matera mit ihren sogenannten „Sassi“ (= Felsen), womit die höhlenartig in die steilen, zerklüfteten Felshänge gebaute Altstadt gemeint ist,

…  und mit ihren uralten Felsenkirchen, war 2019 Weltkulturhauptstadt.

Dadurch ist sie wohl ein wenig bekannter geworden, zumindest unter kulturell Interessierten, und hat seither sicherlich ein paar mehr Touristen angezogen.

Es lohnt sich wirklich, nicht nur Matera, sondern überhaupt die Region zu erkunden, sowohl zu Fuß, als auch motorisiert.

Womit man jedoch, neben gigantischen Ausblicken und berührenden Entdeckungen, immer rechnen sollte ist, dass die Straßen manchmal abrupt im Nirgendwo enden. Oder gerade dabei sind, Stück für Stück den Hang runterzurutschen. Adagio!!! Achtsames Fahren ist hier angesagter denn je, und jedes Wenden, um passierbare Wege zu suchen, wird sehr wahrscheinlich mit noch spektakuläreren Aussichten belohnt werden.

Wer Metropolenflair und turbulentes, schrilles Szeneleben sucht, wird in der Basilikata garantiert nicht fündig werden.

Wer jedoch einsame, weite, unglaublich schöne Hügellandschaften und schroffe Berge („die Dolomiten der Basilikata“) mit verschlafenen, nestartig weit oben thronenden alten Dörfern und Städten mag, dafür umso mehr.

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Zurück zum Espresso. Bzw. erstmal zur Rösterei.

Die Antwort aus dem Hause Gallitelli, auf meine Bitte um Informationen hin, begann mit der zauberhaften Poesie von Google Translate: „Hey Frau Antje … Wie Gehts?? Gut??“
Fast schon bedauerlicherweise fand die weitere Korrespondenz mit dem Qualitätsmanager, Herrn Salluce, auf Englisch und Italienisch statt. Ich liebe internationalen 1:1-Sprach-Rock’nRoll, vor allem, wenn er so durch und durch arglos und schwungvoll auf’s Parkett gelegt wird!

1984, so erfuhr ich, begann Giuseppe Gallitelli mit dem Handel von Kaffeemaschinen und -mühlen. Seine Söhne, Luigi und Marco, stiegen irgendwann mit in das Geschäft ein.  1999 schließlich wurde, parallel zum Kaffee-Equipment-Sektor, die Rösterei Gallitelli aus der Taufe gehoben und fortan mit Enthusiasmus betrieben.

Es werde, schreibt Herr Salluce, das Ziel anvisiert „Medium“ zu rösten.

Die Robustabohnen, die Gallitelli verwende, stammten aus Indien, dem Kongo und aus Uganda. Die Arabicabohnen, die Gallitelli seinen Mischungen beifüge, seien aus Südamerika, vorwiegend aus Brasilien. 

Ab hier möchte ich Domenico Salluce selbst zu Wort kommen und aus seinem Alltag in der Rösterei plaudern lassen (Übersetzung von mir, nicht von Google Translate):

„Unsere tägliche Arbeit beginnt um 6 Uhr mit dem Aufheizen der Röstmaschine, während im Hauptlager mit dem Verladen der Güter für unsere Abnehmer (Privatunden oder Coffeeshops) begonnen wird.

Trotz der Pandemie sind wir zum Glück ziemlich beschäftigt. 

Gegen 7 Uhr morgens besuchen Marco, Luigi und ich die Produktion, um nachzusehen, ob dort alles seinen reibungslosen Gang geht.

Rohbohnen und geröstete Bohnen werden in Augenschein genommen und darauf überprüft, ob die Farbe so ist, wie wir sie haben wollen. 

Mit Hilfe unserer Arbeiter wird sichergestellt, dass sämtliche Maschinen in gutem Zustand sind. 

Nach unserem Rundgang trinken wir zusammen einen Espresso und diskutieren Pläne für die Zukunft, Möglichkeiten und was sonst so ansteht.

In der Regel veranstalten wir dreimal pro Woche ein kleines Cupping und schmecken uns durch Stichproben aus der laufenden Produktion …

Manchmal organisiere ich einen Grundkurs für einen neuen oder alten Kunden, in dem es um Espresso geht, und darum wie man mit der Milch richtig umgeht (Latte Art inklusive).

Letzten Donnerstag z.B. hatten wir hier 4 Kunden aus einem Café, das in unserer Gegend sehr bekannt ist. Wir hatten viel Spaß dabei, mit verschiedenen Extraktionen zu spielen und mit unter- oder überextrahierten Espressi fertig zu werden …“

Ganz herzlichen Dank, Herr Salluce, für die anschaulichen, persönlichen Einblicke! Mir ist, als wäre ich bei Ihrem morgendlichen Rundgang, beim gemeinsamen Espresso, beim Cupping und beim Barista-Einführungskurs dabei gewesen und hätte all das sehr genossen! Ich werde auf Ihre freundliche Einladung, Ihnen einen Besuch abzustatten und die Rösterei zu besichtigen, gerne zurück kommen!

Meine Bezugsadresse: https://italienische-feinkost-scarati.de/product/gallitelli-soave-espresso-kaffee-bohnen/

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Zur Verkostung:

Vor mir liegen Bohnen, deren Anblick Freude macht (kein Bruch, keine Mängel, keine verbrannten Stellen).

French Roast.
Mit Angabe des Röstdatums: 031120. Und mit Zubereitungsempfehlungen:

Beides ist ungewöhnlich und vorbildlich für eine süditalienische Rösterei!

Mir kommt ein sehr angenehmer, warmer, toastig-röstiger Duft entgegen.

Siebträger-Maschine: Strietman CT2.

Mühle: HG1 (Craig Lyn)

Meine Bezugs-Parameter:
14g – 14,2g, mittelfeiner bis feiner Espressomahlgrad. Die wohlschmeckendsten, rundesten Ergebnisse hatte ich bei 94-95ºC.

2 1/2 Schluck out in gezählten (!) 22-26 Sek.

Der ‚Soave‘ hat ein weites Toleranzfenster, er verzeiht Abweichungen von der perfekten Temperatur und vom optimalen Mahlgrad (der natürlich, wie immer, je nach Luftfeuchtigkeit und Alter der Bohnen variiert), ohne sich zu perfiden Racheakten verleiten zu lassen. Auch bei 92ºC, 93ºC oder 96ºC und etwas langsamerer wie etwas schnellerer Fließgeschwindigkeit schmeckt er immer noch sehr angenehm und bleibt weich.

Mit den bestmöglichen Einstellungen zeigt sich ein geschmeidiger, dicker Fluss, ähnlich wie Ahornsirup, der sich schön zähtröpfelnd sammelt zu Beginn.

Das Mundgefűhl ist samtig weich, warm, schoko-schmelzig.

Seine Koffein-Gewichtsklasse liegt, ebenso wie die Textur, zwischen Halbschwergewicht und Schwergewicht, abhängig von der verwendeten Bohnenmenge und dem Mahlgrad. Er ist eindeutig von der stämmigeren, wuchtigeren Fraktion.

Erster Schmeck-Eindruck: Buttertoast mit geraspelter, dunkler Criolloschokolade, erinnernd an Domori Javablond. Dann weht ein Hauch von Macchiakräutern hinzu, winzige Noten von kandierter Grapefruit (mit Schale!). Eine Spur von sanfter, erdig-holziger, milder Paranuss lehnt sich genüsslich an. Eine winziger, würziger Anflug von Tabak, ganz zart und zurückhaltend. Süße! Eine weiche, runde, gar nicht so schwere Süße! 

Insgesamt ist der ‚Soave‘ für mich ein ungemein befriedigender Espresso, der mir vor allem den Brustraum weitet und wärmt.
Langer, weicher Abgang, wirklich mindestens eine dreiviertel Stunde lang. Das ganze Treppenhaus riecht sowas von köstlich nach dem Bezug, dass ich mehrfach von meinen Nachbarn begeistert darauf angesprochen worden bin.

Wer ein Café hat, und Kundschaft über die Nase anlocken möchte, sollte diese Bohnen für den Ausschank in Erwägung ziehen! Was der Nase versprochen wurde, wird auch dem Gaumen gegenüber ganz und gar gehalten!

Eindeutiges Wow!

P. S. : Die Fotos sind teils von Erminia Viccaro, meiner Lebensgefährtin, teils von mir. Das Foto mit den Rad-Rennfahrern habe ich von der Gallitelli-Facebook-Homepage stibiezt. Ich hoffe, das ist okay  …

 

 

„Espresso Black“ von der Kaffeerösterei Burg

Die Traditions-Kaffeerösterei Burg im Hamburger Stadtteil Hoheluft-Ost ist ein Laden, der wie aus der Zeit gefallen ist. Null stylish, schon gar nicht minimalistisch, kein bisschen durchdesignt lichtdurchflutet mit kargem, kühlem Chrom und Glas …

Im Gegenteil: Der Laden strahlt für mich sowas wie kinderfreundliche, heimelige Ofenwärme aus. Er ist schummrig und gestapelt voll mit einer museal anmutenden Mischung aus Blechspielzeug, Kaffee-Porzellan, Schokoladen aus aller Welt, Stövchen, Teedosen, einer alten, großen Blech-Registrierkasse, die tatsächlich noch in Betrieb ist, Handpuppen, Mobiles, Postkarten, alten Kaffeemühlen und Kaffeemaschinen, Keksen, dazwischen hochwertigen Pour Over-Wasserkochern, Edelstahl-Herdkännchen, neuen Espressomaschinen (Ascaso) und … Kaffeebohnen. Diese befinden sich in einer langen Reihe von alten Kaffee-Schütten. Viele der Bohnen sind irgendwie so 70er-Jahre-mäßig aromatisiert. Wie diese ganzen Lucy-in-the-Sky-Schwarztees von damals: Karamell, Erdbeere, Sahne-Toffee, Schoko und so. Dann gibt es auch die hochpreisigen Ikonen-Kaffees wie Hawaii Kona und Jamaika Blue Mountain und – sehr sehr verwerflicherweise – Kopi Luwak. Da möchte ich den zuständigen Menschen gerne schütteln und rufen: „Hallo?!! Das geht gar nicht! Wirklich! NICHT!“ Ein empörter Teil von mir schlägt mir vor, den Laden zu boykottieren. Pfui! (Liebe Leute vom Teehandelskontor Sturm GmbH, dies ist ein Wink mit der Schiffsplanke!) 

Andererseits hat Jens Burg, der langjährige Chef und Röstmeister, der inzwischen wohl in Rente gegangen ist, vor Jahren eine Initiative ins Leben gerufen, die bewirkt hat, dass der gelbe Postkasten auf dem Gehweg, der abgeschafft worden war, zurückkam. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Außerdem schlägt das Herz meiner inneren Vierjährigen jedesmal sofort um ein Vielfaches höher, wenn ich über die Schwelle geh. Da drin ist es einfach märchenhaft verwunschen und es duftet hinreißend nach leckeren Dingen und überall ist etwas, bei dem meine Augen gerne verweilen und an dem ich schnuppern oder das ich gerne anfassen mag.
Und schlussendlich gibt es neben den ganzen Aroma-Kaffees und den fiesen Schleichkatzenquäler-Bohnen auch richtig guten Espresso dort.

Ja, ich geb’s zu: Ich liebe diesen Laden!

Geröstet wird einmal pro Woche. Meistens sind die Bohnen so frisch, dass sie noch gut 8-10 Tage zum Ausgasen lagern sollten.

Mein Espresso-Favorit von Burg ist der „Espresso Black“ (unten rechts im Bild – die Bohnen sehen auf dem Foto heller aus, als sie sind. Links der „Espresso Dunkel“) . 65% Arabica/35% Robusta-Bohnen aus Brasilien, Kolumbien und Indien.

Ich ziehe diese Mischung dem (von der Deutschen Röstergilde) goldprämierten „Espresso Dunkel“ von Burg vor. Der ist auch lecker – aber der „Black“ ist besonderer.

Beim Öffnen der Packung duftet es rauchig-würzig und, unerwarteterweise, ein bisschen nach Dosen-Thunfisch. Moment mal! Das hatte ich schon mal! Und zwar beim „Xo Fera“ von Kaffeeleben. Vielleicht ist dieses ganz leichte Odeur von Thunfischigkeit etwas, was passiert, wenn es norddeutsche Kaffeeröster röstgradmäßig nach Sizilien zieht … Oder die Bohnen riechen auch auf Sizilien so, wenn sie noch sehr frisch sind – so frisch, wie sie als Importware hier in Deutschland leider so gut wie nie zu kriegen sind …
Geschmacklich bleibt der Thunfisch dann aber zum Glück brav in seiner fest zugeschweißten Dose. Es ist also gar nix davon zu schmecken!

Der „Espresso Black“ ist tatsächlich black, also wahrhaft finster.
Im Geschmacks- und Aromenprofil zeigt er sich ausgesprochen eigen:
Pompös dunkelkaramellig, ein bisschen herb-bärendreck-lakritzig, zart edel-dusterschokoladig. Rauchig. Süß. Klar. Elegant. Und unter der Eleganz aufregend ungebändigt.
Ein toller, mittelleichter, lasziver Nachmittags-Espresso.

Schnurr!

„Bombay R“ von der Kaffeerösterei Petrus

Österreich kann Espresso!
In diesem Fall schwelge ich gerade in einem dunklen 100% Robusta aus Indien von der Kaffeerösterei Petrus in Oberwart. „Bombay R“. Kraftvoll, wild und zottelig in seinen warmen, schoko-krokantigen Röstaromen, mit einem winzigen Schlückchen Champagner anbei. Extrem langer, superweicher, sich wunderbar warm ausbreitender, dunkelschokoladiger Nachgeschmack.
Köstlich !

(Herzlichen Dank für die tolle „Tazzina d’Oro“ – Grafik an Daniel Platzer ❤️)

„Khilanaa“ von Supremo

Ein weiteres 100%-Robusta-Highlight:
Der „Khilanaa“ von Supremo.
Sortenreine, dunkelbraun geröstete, recht große Bohnen aus Indien (French Roast).

Der „Khilanaa“ ist großartig!
Das erste, was mir dazu einfällt, ist Zabaglione. Dieses köstlich-schaumig-seidige italienische Dessert aus Eigelb, das mit Zucker und samtig-süßfruchtig-würzigem Marsalawein zu einer süffigen Creme aufgeschlagen wird.
Und dann alleredelste, herbdunkle Schokolade.
Das Wort ‚erdig‘ steht zwar, neben anderen, auf der Packung – aber es würde mir zu diesem Espresso nicht in den Sinn kommen.
Auch Nussigkeit, wie angegeben, kann ich nicht feststellen.
Er hat etwas sehr Feines, Auserlesenes, Aromensattes.
Eine anmutige Süße. Einen zarten Hauch Säure.

Eine leichte, perfekt zu den volumenreichen Edelkakao-Noten passende Rauchigkeit, die sich erst nach ein, zwei Sekunden enthüllt.
Sehr zarte Anklänge von Orangenschale und Rosinen.
Ein Traum von einem dunklen NonArabica-Espresso – absolut rund und durch und durch beglückend.
Frau Antje hat beide Daumen oben! Und verleiht erfreut ihre Tazzina d’Oro  🙂

„Siena“ von Bohnendealer

Heute möchte ich wieder einmal einen tollen Espresso aus Österreich vorstellen: Den „Siena“ vom Bohnendealer aus Münchendorf bei Wien.

Wien und Umgebung scheint eine Fundgrube für guten, dunklen Espresso zu sein!

Es handelt sich um eine 100% Robusta-Mischung: Zwei verschiedene Hochland-Robusta-Sorten aus Kerala/Indien. Das war’s. Kein Arabica – obwohl die Mischung Aspekte von Klarheit aufweist, die mich zunächst einen geringen Arabica-Anteil haben vermuten lassen.

Röstgrad: French. Also anständig dunkel, aber nicht  napoletanisch-dunkel.

Zum Glück keinerlei Grünnoten im Geschmack.

Frau Antje schnurrt.

14g, 2’8“0 mit der Kinu M47 Phoenix.

Zubereitet sowohl mit einer La Pavoni Handhebelmaschine (mit recht sicher geschätzten 95ºC), als auch mit der Strietman CT2 – aus letzterer mit amtlichen, stabilen 95ºC.

Wie immer 3 Schluck out.

Sehr schön dunkelkaramellig, von der schmelzenden Konsistenz her etwas an Fudge erinnernd. Angenehme, warme, dunkle Kakaonoten, die weit hinten im Rachen ihre Aromen ausbreiten. Zarte Butter-Toastbrotaromen. Dazu kommen feine, fast schon moussierende Anklänge von süßer, kleiner, hellgelber Weintraube. Eine ganz liebliche, weiche, harmonisch eingebundene, klitzekleine Säure rundet die Komposition wunderbar ab.

Der „Siena“ ist unkompliziert in der Zubereitung. Der Sweet Spot hat Spielraum, so dass diese Mischung auch mit einfacheren Espresso-Maschinen ohne PID oder Temperatureinstellbarkeit (wie der La Pavoni Handhebelmaschine) zuverlässig zu guten Ergebnissen führt.

Chapeau, Daniel Platzer ! Ich verleihe dem „Siena“ hiermit Frau Antjes Tazzina d’Oro für herausragende Schmeck-Erlebnisse.

„Impossibile“ von Martermühle

„Impossibile“ (100% brasilianischer Robusta „Conillon Robusta Tropical“) – punktgenau dunkel geröstet von der Rösterei Martermühle.

Meiner Einschätzung nach ist der Röstgrad bei French Roast einzustufen.

Zunächst ein kleiner Exkurs zum Thema „Robusta und Aromenfülle“:

Es ist oft zu lesen, dass Arabicas ein nuancierteres, irgendwie tolleres Geschmackspotential hätten – mir ist das allerdings so bisher nicht aufgefallen. Arabicas sind anders. Ich würde sie als tendenziell aufgespreizter bezeichnen. Die Aromen von Robustabohnen liegen meistens dichter beieinander, sind oft gebündelter. Eine dunkle Röstung wird natürlich einen weiteren Teil zur Bündelung der Aromen beitragen. Dadurch mag für Menschen mit weniger ausgeprägter sensorischer Wahrnehmungsfähigkeit möglicherweise der Eindruck entstehen, es seien in hochwertigem Robusta weniger Aromen vorhanden, als in hochwertigem Arabica, und die Vielfalt sei geringer. Dabei würde ich, im Falle vieler hochwertiger Robustas, eher von eng geschnürten Aromen-Paketen sprechen, innerhalb derer sich ganze Aromen-Universen abbilden können. Weswegen ich in einer guten, dunklen 100% Robusta-Röstung, wie der hier beschriebenen, sehr schwelgen kann. 

Wir haben es erneut mit einem wundervoll weichen, kraftvollen Espresso aus Aßling zu tun, der wirklich dazugewinnt, wenn er ein paar Wochen ruht.

Die Rösterei Martermühle hat zur Herkunft dieses sortenreinen Robusta-Espresso folgendes geschrieben:

‚Die Robusta Bohnen „Conillon Robusta Tropical“ für unseren Espresso Impossibile kommen aus Brasilien aus der Nähe von Espiritu Santo unweit von dem Verschiffungshafen Vittoria und sind das großartige Ergebnis eines einzigartigen Projekts.

Ein Professor – el professore – hat die Vision, dass er Kleinbauern vor Ort in Brasilien durch sein Kaffee-Wissen unterstützen, fördern und mit Kaffee-Knowhow versorgen kann. Sein Ziel: Die Bauern sollen direkt profitieren. Er setzt sich dafür ein, dass sie für ihre Robusta Bohnen deutlich mehr erzielen können. Das Geheimnis? Qualität. Der Plan geht auf und wir finden: Das ist ein Projekt genau nach unserem Geschmack‘

Zur Verkostung:

Dunkelnussbraune, seidenmatte, recht kleine Bohnen, die warm und süß nach dunklem Kakao, gerösteten Haselnüssen, Butter und, ein ganz kleines Bisschen, nach Rosinen duften.

8 Wochen nach dem Röstdatum sind die warmen, vielschichtigen Aromen auf dem Olymp ihrer Reife angelangt:

Buttrige, edle Dunkelschokoladen-Noten, haselnussige Röstaromen, eine Spur dunklen Karamells, ein Klecks dunkles, lange, zusammen mit Rosinen gekochtes, Pflaumenmus.

Warm, komplex, singend, voller aromatischer Obertöne.

Ein Traum!

Besonderheit: Dieser Espresso verträgt auch eine deutliche Hochextraktion (meist „Überextraktion“ genannt) ausgesprochen gut. Was sich zunächst beim Mahlgradeinstellen ungewollt ergeben hatte, habe ich deswegen noch einige Male wiederholt, weil es SO köstlich und dicht war:

14g, Apollo Mahlgrad 7’2“ (sehr fein), Tröpfelzeit 64 Sek. (alla napoletana) > Premium-giga-schokoladig-samtigweich-aromenwuchtig-lecker!

Frau Antje verleiht hiermit die dritte Tazzina d‘ Oro an einen Espresso aus dem Hause Martermühle! Chapeau !