„Bar“ von Torrisi

Einen wunderschönen, herbstlichen Samstagvormittag aus Frau Antjes Espressoverkostungs-Studio ❣️
Heute im Test:
Die Miscela „Bar“ von der sizilianischen Rösterei Torrisi, mit Sitz in Catania.


Das Mischungsverhältnis wird vom deutschen Vertrieb Espresso-Revolution mit „unter 50% Arabica“ beschrieben. Genaueres ist vermutlich, wie in Sűditalien űblich, „Familiengeheimnis“.
Die Charge ist frisch: Vom angebenen MHD zurűckgerechnet maximal 5 Wochen alt.
Schon der Duft, der der ungeöffneten Packung entströmt, ist köstlich.
Die Bohnen sehen mehrheitlich gut aus. Gleichmäßig rosskastanienbraun. Ein paar wenige Ausreißer dazwischen (heute, beim 6. Bezug mit dieser Mischung ist zum ersten Mal eine etwas gefleckte Bohne dabei gewesen). Wenig Bruch.


Wunderbar knackig beim Mahlen – macht wirkkich Spaß mit der Comandante!
13,2g

Mahlgrad: 16 Klicks.
Ich spanne den Siebträger mit hochgezogenem Hebel bei knapp 92ºC ein, gieße die Tasse mit dem heißen Leerbezug aus, wische sie kurz trocken > 12 Sekunden Präinfusion. Bei exakt 94ºC beginne ich den Bezug, es tröpfelt kurz und läuft dann sämig bei einer Bezugszeit von (gezählten!) 20 Sekunden.
Sehr schöne, feineporige, űppige Crema, was bei frischen Bohnen mit mehr als 50% Robusta-Anteil natürlich zu erwarten ist.
Es duftet nach Butterkeks und heißer, dunkler Schokolade.
Der erste Schluck hält, was der Duft versprochen hat:
Gute, bodenständige, tiefdunkle Schokolade – ich fűhle mich ein bisschen an die 70%ige ‚Arriba‘ von Domori erinnert (Equadorianischer Criollo-Kakao von der Hacienda Victoria … nicht meine Lieblingsschokolade von Domori, weil mir die Fruchtnoten z.B. einer ‚Sambirano‘ fehlen, aber schon sehr lecker).

Und Butterkeks, von den guten. Eine winzige Spur frisch geröstete Haselnuss. Eine noch winzigere Spur Jasminblűte.
Weiches, schmelzend-sahniges, sanftes, warmes Mundgefűhl.
Null, wirklich null Säure.
Die ‚Miscela Bar‘ wärmt nachhaltig Brustraum und Bauch, vermittelt etwas Einhűllendes, Beschűtzendes, Beruhigendes. Und öffnet Sekundenbruchteile später deutlich spürbar auf herzverbundene Weise den Blick. Die Augen entspannen sich. Mir fällt spontan der berűhmte Aphorismus von Antoine de Saint Exupery ein: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Etwas abgegriffen, leider. Aber: Ja, passt.

Ein wirklich leckerer, erfreulicher, herzwärmender Espresso !

Und der ist mit derzeit 19,50€ pro Kg noch nichtmal hochpreisig angesiedelt …

„Diamante Millesimato“ von Torrisi

(Dieser Beitrag wurde zuerst am 27. April 2019 in der Fb-Gruppe „Espressospezialisten und Kaffeeliebhaber“ veröffentlicht)

Torrisi diamante millesimato – erster Versuch. Mahlgrad muss feiner sein, der lief noch ein bisschen schnell durch. Aber es ist ein sehr leckerer, vollmundiger, aromenreicher Espresso, das kann ich jetzt schon sagen. Die Bohnen sind dunkel, aber nicht sehr dunkel geröstet (zum Vergleich: Der Mago ist deutlich dunkler). Toller Duft, als ich die Tűte geöffnet habe. Ein Hauch (!) Säure, angenehm. Schokoladig, doch er hat (bei diesem etwas zu groben Mahlgrad) weniger von der ganz hintergrűndigen Fruchtigkeit, die der Mago hat. Eher „butterkeksig“, falls euch das was sagt … Fortsetzung folgt

Zweiter Versuch: Mahlgrad 14 statt zuvor 16 (Comandante mit RedClix-Tool). BG-Temperatur (LP Professional) hat gerade 90ºerreicht. Deutlich körperreicher als beim ersten Mal. Der Hauch Säure ist fast völlig zurückgewichen. Statt butterkeksig schmeckt er nun ein wenig mehr zwiebackig oder eiswaffelig. Dabei ein bisschen pinienkernig vielleicht. Könnte für meinen Geschmack etwas bitter-schokoladiger sein. Wenn, dann erinnert er mich eher verhalten an Vollmichschokolade.
Ein wirklich guter, solider Espresso bis jetzt.
Beim nächsten Versuch werde ich mit der BG-Temperatur etwas hoch gehen. Ich vermute, dieser Espresso kann NOCH leckerer sein

Dritter Versuch: Mit etwa 95º bei gleichem Mahlgrad (14) kann der T. d. m. sogar bitterschokoladig